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FeenCon 2009 – Kouramnion

Das Haus Kouramnion

Ausflug in die Rheinprovinz

Ein Blick aus dem halboffenen Fenster zeigt Münster im Festtagskleid, also einen mittelgrauen Himmel, regennasse Bürgersteige und man wartet nur darauf, dass irgendwo eine Kirchenglocke lärmt. Ein Blick auf den Wecker zeigt jedoch, dass es dafür noch zu früh ist.
Also frisch, fromm, fröhlich, frei … ab ins Bad. Sch…, wer hat das Ghulposter auf den Spiegel geklebt?
Zwei Minuten und ein Griff zu Brille später wird klar: Es ist kein Poster. Unvermittelt irrt der erste klare Gedanke des Tages durchs Hirn: Kaffee! Gute Idee. Rasieren wäre jetzt eh ein Akt von postnataler Abtreibung. Zwei Löffel, Pulver … Sch… in die Tasse – wo ist der &%$§ Lappen? … heißes Wasser, mit Zucker auffüllen. Puh, diese Milch lieber nicht. Aber man hat ja noch ’ne Tetrakuh im Kühlschrank. Ah! So schmeckt der Morgen.
Langsam rinnt Wärme durch den Körper, erste Nebelbänke im Gehirn verschwinden und der Mensch freut sich auf den Tag. Rheinland.
FeenCon. Myranor! Damit erscheint der Tag schon freundlicher. Mit einem Grinsen erinnert man sich an das verständnislose Gesicht am Bahnhofsschalter auf die Frage hin, ob man als Westfale für die Fahrt über Köln ein Visum bräuchte. Muss wohl ein Zugezogener gewesen sein.
Schnell noch ein paar Dinge in den Rucksack und Mails kontrollieren. Schaffensdrang macht sich breit. Schon erstaunlich wie fit man nach nur 4 Tassen Kaffee wird. Eine halbe Stunde nach dem Aufstehen ist dann alles eingepackt, der Bart gestutzt und nichts scheint einen noch stoppen zu können. Dann steht man plötzlich vor einem ernsten Problem: Rosenstolz oder Nightwish für die Fahrt? So etwas darf man nicht überstürzen. Nach einer Tasse Kaffee lösen wir das Problem salomonisch und nehmen beide mit. Noch schnell den PC wieder herunterfahren, ’nen letzten Kaffee und ab zum Bus. Selbst Münster meint es gut, das bisschen Nieselregen fällt kaum auf.
Die müden Gesichter im Bus erzählen einem was vor ihnen liegt: Langeweile, Alltag, Routine.
Selber schuld, warum machen sie auch kein Rollenspiel. Angekuschelt an den Rucksack mit Heldenbögen, HC, Würfeln, Schnitzelbrötchen und Kaffeebonbons träumt man sich schon in das Reich des Thearchen. Im Ohr singt AnNa, dass sie schon immer höher fliegen wollte und Anette Olzon kontert mit dem eher traurigen Amaranth.
Die Laune steigt und nach einem kurzen Spurt sitze ich im Zug. Prompt geht es mit einem kleinen Wunder weiter. Der Zug ist pünktlich angekommen und fährt auch pünktlich. Damit rechnet doch heutzutage keiner mehr. Der ältere Herr mit dem großen Koffer schaut dann auch recht verdutzt dem abfahrenden Zug hinterher. Helfen kann man ihm da leider nicht. Aber in einer Stunde kommt der nächste.
Im Zug treffen dann Schaffensdrang und Kreativität ungebremst auf einander. Und mit einem roten Stift bewaffnet stürze ich mich auf die Beiträge zum Abenteuerwettbewerb. Mal sehen was das Fandom zum Thema Magie so zu Papier gebracht hat.
Gute zwei Stunden später naht dann Köln und das Umsteigen unterbricht die Arbeit. Schon erstaunlich, was für vielfältige Ideen sich in den Beiträgen finden. Das war kein Kuss der Muse, das war eine wilde Knutscherei. Mit dem Kopf voller witziger Geschichten über Draydal, tote Seeleute, verschollene Bücher, Satyare, üble Kultisten und dem Bild von Selma Hayek als Muse steige ich aus. Mal wieder in Köln am Bahnhof. Aber heute geht es nicht ins Museum, sondern weiter und zwar mit der Regionalbahn. Im Zug erkennt man schon die ersten RPGler an ihren Kostümen. Eine „Schwarze Blondine“ drängelt, dass sie ins WC will, um sich auch endlich ins Outfit werfen zu können. Erste Aventurier erkennen das orangene Shirt des Myraniars und lästern über das Güldenland. Die Herausforderung wird angenommen und keine halbe Stunde später sind wir mitten im Gespräch über Myranor, die Auswirkungen von JdF – was offenbar auch bei Spielern bekannt ist, die schon länger nicht mehr spielen – und ich habe schon 5 „Konvertierte“, die Myranor ausprobieren wollen. 1:0 für Myranor.
Vom Bahnhof Bad Godesberg sind es dann nur ein paar Meter bis zur Halle. Erste Eindrücke zeigen viel Grün drum herum, das Wetter ist richtig gut und vor der Halle stehen sie Schlange. Eine hübsche Einheimische im wallenden weißen Kleid gibt hilfreich Antwort auf meine Fragen nach Orga und Haupteingang, lässt sich aber nicht zum Mitspielen überreden. Aventurien only. Schade.
Also an der Schlange vorbei zur Orga laufen, Zettel aushängen für den 6. Spieler, Freunde und Bekannte begrüßen, Tisch suchen. Die Orga verkündet das Meister-Paradies: Kaffee-Flat mit Bringservice. Gibt gleich 3 Punkte Bonus. Das wären dann mit Ortswahl (2), Aushänge und Info (2) und freundlichem Personal (3) immerhin 10 Punkte für den Erstbesuch der FeenCon.
Der Terrassensaal ist leider etwas laut. Eine „meiner“ Spielerinnen hat jedoch eine kleine Glocke dabei, die zwischendurch prima für stille Momente sorgt. Die Gruppe ist gut gelaunt, kreativ und zerlegt ruck-zuck das vorbereitete Abenteuer.
Aber das kennt man ja. Geplant waren 5-6 Spieler mit wenig Rollenspielerfahrung und ohne größere Vorkenntnisse von Myranor. So steht es auch auf dem Aushang. Auch waren keine magischen Chars eingeplant oder gar Geweihte. Die Realität sieht anders aus: Eine Handvoll aventurische Helden, die meisten magisch, einer gar magisch-klerikal orientiert. Die BaLoa wirkt fast schon etwas verloren unter so vielen „Ost-Touristen“, schlägt sich im Abenteuer aber recht gut. Naja, mal sehen, was sie aus dem Plot machen. Sie sollen auf einem Luxus-Schiff ein paar Zeitbomben finden, die mit magischen Auslösern und Sicherungen ausgerüstet sind. Die potente Unterstützung von Seiten der Eigner, den Illacrion von Sidor Valantis, werden sie wohl eher nicht brauchen.
Kaum sind wir mitten im Plot, kommt eine Reporter-Type vom WDR und will uns als Beispiel für Rollenspieler, Unterart Pen ’n‘ Paper, interviewen.
Während wir ihm die Grundlagen klar machen, suchen Ton und Kamera verzweifelt eine gute Position – die sie nicht gefunden haben, wie man später im Film deutlich mitbekommt. Als endlich alles im Kasten ist, haben sie bestimmt 10 Minuten Material mit P&P und uns ne halbe Stunde Spielzeit gekostet. Abends in der Lokalzeit Bonn solle es erscheinen, wird uns noch mitgeteilt. Stunden später hat die Gruppe die meisten Fallen gefunden und entschärft, kaum Verluste und nur wenig Schaden angerichtet. Dazu haben sie den Cammervorsteher der Illacrion von Sidor Valantis vor einem Attentat gerettet und einen Dämon besiegt. Als Belohnung gibt es neben AP und SE noch eine luxuriöse Schiffsreise im Valantischen Meer und für die Magier eine Chance beim Haus Illacrion zu lernen.
Während sich die Spieler auf die nächste Runde stürzen, treffen sich die Autoren der Lamea-Neuauflage. Am sehr frühen Morgen ist der Tag dann zu Ende und nur kurze Zeit später beginnt der nächste. Das Licht geht an und aus den Lautsprechern trällert: „Auferstanden aus Ruinen …“ Die dummen Gesichter der Neulinge, meins eingeschlossen, beantworten die „alten Hasen“ mit: „Das ist auf der Feen so üblich.“ Das hätten sich Erich und der dicke Helmut wohl auch nie träumen lassen, dass man im Jahre 2009 diese Hymne in Bonn spielt.
Einer der aventurischen Magier vom Samstag kommt schon früh zu mir und bittet darum, das Abenteuer noch einmal mitspielen zu dürfen. Begründung: er wolle unbedingt ein Ravesaran ausprobieren. Am Vortag hatte ich es mit dem Hinweis auf die fehlende Zeit für eine Generierung ausgeschlossen. Also bastelt er ein Ravesaran und ich hänge den Aushang für die heutige Runde auf. Neben dem Ravi finden sich dann noch 2 Neristu und ein weiterer aventurischer Magier im Urlaub ein. Dann geht es wieder auf das Schiff. Diesmal läuft der Plot schon anders. Auch die zweite Gruppe findet die Fallen und kann sie entschärfen, bzw. überlässt sie nach ein paar Unfällen den Illacrion. Dafür haben sie weniger Verluste. Mangels größerer Mengen an Magie müssen sie die Bomben (1 Brand-Explosionsbombe, 1 Dämonen-Herbeirufungs-Bombe) per Hand ganz vorsichtig von Bord bringen, was sie mit ein paar Proben und etwas Nervosität vorbildlich schaffen. Man merke: Auch Neristu können ins Schwitzen geraten. Der Attentats-Dämon wird vom Magier dann perfekt mittels eines entsprechenden Zaubers exorziert, was dieser Gruppe den Kampf erspart. Auch hier werden die Belohnungen komplett erarbeitet und verteilt. Und wieder bestätigt sich: Auch für Meister kann dasselbe AB mehrfach Spaß machen.
Nach ein paar weiteren Gesprächen ist die Stimme dann ganz hinüber und der Heimweg winkt.
🙂 Peter Kouramnion Horstmann

Dieser Text stammt aus der Memoria Myrana 23, 2009

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